Zwei neue Blogs
Hier zwei neue interessante Blogs:
www.buergerliste.info
www.hadesblog.com
An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
(Joseph von Eichendorff)
Das mit den Fenstern bunt geschmückt, ist so eine Sache. Buntes Spielzeug ist schon lange nicht mehr auf den Adventmärkten zu finden und in den Fenstern hängen lediglich ein paar Weihnachtskugeln. Tausend Kindlein stehen auch nicht und schauen, sondern quengeln: Das wünsch ich mir und das und das und das… Woher sollen sie es auch besser wissen, wenn wir Erwachsenen ihnen den Konsumterror vorleben.
Ich brauch ja nur am Samstag oder einem beliebigen Wochentag nach Salzburg in den Europark fahren und sehen wieviel Leute da unterwegs sind. So als gäbe es da was umsonst. Manchmal habe ich den Eindruck, die Menschen fahren in die Einkaufszentren, weil sie nichts mehr miteinander anzufangen wissen. Was finden sie dort? Die Luft ist schlecht, die Waren zu teuer und wir kriegen vor allem Dinge, die die Welt schon vor zwanzig Jahren nicht gebraucht hat. Aber daraus zieht die Konsumgesellschaft ja auch ihre Attraktivität: Waren produzieren, anbieten und kaufen. Waren, die wir in Wahrheit nicht brauchen. Tausende entbehrliche Dienstleistungen.
Ich weiß schon, der Wirtschaftsmotor würde nicht brummen, wenn wir nicht konsumieren würden. Aber vielleicht bräuchten wir auch nicht so viel Geld, wenn wir nicht so viel konsumieren würden. Wir bräuchten nicht so viel produzieren, wir würden nicht so viele Ressourcen verbrauchen und letztlich auch nicht so viel arbeiten müssen. Wir könnten die anfallende Arbeit gerechter verteilen und vielleicht würden wir alle ein Stück weit zufriedener und ausgeglichener werden. Das wiederum würde sich auf das Gesundheitssystem auswirken, denn ausgeglichene, zufriedene Menschen werden nicht so oft krank und brauchen weniger medizinische Versorgung, was wiederum das Gesundheitssystem ökonomisch entlasten würde.
Da könnten wir noch weitere Dominosteine finden, wenn wir ein wenig Konsumverzeicht üben würden, nicht nur zu unserem, sondern auch zum Wohl der anderen.
Und das mit dem Beglückt-Sein, ist auch so eine Sache. Kaum haben wir ein Stück Glück erstanden in den Kauftempeln der modernen Konsumgeselslchaft, gehen wir schon wieder auf die Jagd nach dem nächsten.
Die Warengesellschaft bietet unglaubliche Suchtpotentiale: Handysucht, Spielsucht, Kaufsucht, Sexsucht, Internetsucht und vieles mehr. Der Kick hält nicht lange. Durch die Verfügbarkeit aller Waren und Menschen jederzeit und überall, haben wir das Staunen verlernt.
„Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.“
(Joseph von Eichendorff)
Die Adventzeit gehört zu meiner Lieblingszeit im Jahr, gleich nach diesen heißen, flirrenden Sommertagen, wenn alles träge im Schatten liegt und darauf wartet, daß der laue Sommerabend kommt, um noch eine runde ums Haus zu drehen.
Und eng verbunden ist diese Zeit mit dem Gedicht von Joseph Eichendorff. Leider ist es, seit es den Adventmarkt von St. Wolfgang gibt, nichts mehr mit dieser besinnlichen Zeit. Markt und Straßen stehen schon lange nicht mehr verlassen, die Häuser sind weder still noch sind sie hell erleuchtet. Sinnend durch die Gassen gehen zu können, setzt ja voraus, daß sie leer und still sind. Ein festliches Aussehen gibt es, aber es ist ein falsches Fest, das wir hier feiern. Es ist ein Fest des Profits. Leuchtend hell erstrahlen hier nur die Augen abends, wenn es ans Geld zählen geht, wenn es daran geht, den pofit zur Bank zu bringen, den man den besinnlich Gestimmten abgerungen hat.
Die festliche Stimmung ist nicht für uns allein gemacht, damit sind die Touristen gemeint, die einsamen Konsumflüchtlinge aus den großen Städten, die schon längst keine Märkte und stillen Straßen mehr kennen, die auf Adventmärkten suchen, was sie in ihrer Kindheit noch hatten, stille Besinnlichkeit.
Diese laut schreiende Besinnlichkeit ertränken wir nun in Punsch und Glühwein und schieben noch schnell eine Bratwurst hinten nach, damit wir nicht gleich aus den Latschen kippen, von dem Zuckerschock, den wir dadurch erleiden.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will nicht in Eichendorffs zeiten gelebt haben, da wäre ich wahrscheinlich ein armer geprügelter Hund gewesen, der nirgendwo einen Fuß auf die Matte gekriegt hätte. Aber in der heutigen Zeit zu leben, wenn ich auf der Suche nach Ruhe und Stille bin, ist auch nicht recht einfach.
Vor allem nicht in St. Wolfgang.
Vor allem nicht an den Adventwochenenden.
Am Dienstag fand das alljährliche Martinsfest des Kindergartens statt. Ein stimmungsvoller Nachmittag. Mit Vorfreude der Kinder schon zu Hause. Ein bißchen Nervosität der Aufgaben wegen, die sie zu erfüllen hatten. Zur Stunde des Festes waren die Kinder fröhlich und ausgelassen, der Pfarrer zurückhaltend, ließ den Kindern den Raum, der ihnen zustand nach all den Übungen und Proben. Die Eltern erwartungsvoll still und die Laternen warfen einen warmen schein in die beginnende Nacht. Hätte nur noch Schneefall gefehlt, ein mit weißen Hauben bedeckter Ort. Doch dafür ist ja nicht der heilige Martin zuständig.
Gegen Ende des Festes wurde eine Tafel enthüllt, auf der jedes Kind eine Kerze öffnete, um zu symbolisieren, daß geteiltes Feuer immer mehr Flammen ergibt. Was nicht gesagt wurde, mir bei einem Martinsfest aber das Wesentliche erscheint: Nicht alles, was man teil, wird im positiven Sinne mehr. Geteiltes Leid ist schließlich nicht halbes, sondern doppeltes Leid. Geteilte Armut macht die Menschen nicht reicher, sondern ärmer.
Nur geteilter Reichtum (und Martin war ja nicht arm) nährt und behaust die Armen. Also bringen wir unseren Kindern bei, nur wer seinen Reichtum teilt, beseitigt die Armut. Den Armen beizubringen, miteinander zu leiden, hält sie in Armut.
Bringen wir unseren Kindern bei, für eine gerechte Verteilung des Geldes, der Ressourcen und der Bildungschancen zu sorgen, dann brauchen wir eines Tages kein Martinsfest mehr, keine Heiligen mehr, die voran gehen, dann können wir alle ein großes Fest der Gleichen unter Gleichen feiern, ein Fest der Solidarität und Gemeinschaft.
Doch bis dahin ist es noch ein steiniger und weiter Weg.
... Gemeindeblogs in St. Wolfgang geben sollte? Da hätte ich ein paar Antworten zu geben. Ich bin naturgemäß nicht der Meinung, daß Blogs unnütz oder entbehrlich sind. Zugegeben die ganze Szene ist ein wenig eskaliert. Aber man kann sich ja eine kleien Blogliste zusammenstellen, die man gerne liest.
Für Gemeindeblogs ist zu sagen. Davon kann es nie genug geben. Und sie müssen ja nicht alle politsich sein. Ich möchte dafür mehrere Gründe anführen.
Kontrollfunktion
Blogs können einen enormen Kontrollfaktor darstellen. Viele Augen sehen manchmal alle das gleiche, in den meisten Fällen aber unterschiedliche Dinge. Vor allem aus verschiedenen Blickwinkeln. Und genau darauf kommt es an. Wenn mehr Leute ihre Beobachtungen mitteilen, wird es für die, die uns regieren, immer schwieriger hinter unserem Rücken Schweinereien anzustellen. Sicher kommt es dann manchmal zu Gerüchten. Doch Gerüchte sind nur so gut, wie das Schweigen derjenigen, die es betrifft. Und wer ein Leben voller Lügen führt, hat auch viel zu fürchten.
Meinungsaustausch
Blogs führen dazu, daß wir besser informiert sind, was andere Menschen denken. Wenn wir ihnen dann auf der Straße, in Freundesrunden, in Vereinen begegnen, fällt es uns vielleicht leichter mit ihnen umzugehen, weil wir wissen, was sie denken. Wir können uns besser auf sie einlassen, weil wir uns nicht fürchten müssen, nicht zu wissen, was sie denken. Vorausgesetzt, sie versuchen, uns nicht zu betrügen. Einen Blog zu führen, um andere hinters Licht zu führen, ist aber schwieriger, als Gerüchte in Umlauf zu bringen. Siehe Kontrollfunktion. Falsche Blogs sind leichter zu erkennen, weil besser beobachtbar, weil öffentlich, als Grüchte, die von Mund zu Mund getragen werden, geheim, hinterrücks.
Informationsquelle
Viele Blogger/innen halten sich viel im Netz auf. Daher wissen sie mehr zu berichten als andere. Sie geben manchmal interessante Links an, die wir nutzen können, um uns weiterzubilden, um uns zu infomieren. Blogger/innen unseres Vertrauens helfen uns, schneller einen Weg durch die sogenannte „Informationsgesellschaft“ zu finden, die ja meist nichts weiter ist als eine Desinformationsgesellschaft. Wie schon so manche Kampagne gezeigt hat. Ein kluger Mann hat mal gesagt, wenn du Leute von der Partizipation fern halten möchtest, schütt sie mit Informationen zu.
Demokratiepolitik
Bloggen fördert die Demokratie. Das ist ein Klischee. Eines ist aber ganz sicher. Diktaturen leiden unter Blogs mehr als Demokratien. Mehr Blogs bedeuten aber eindeutig mehr Partizipation an öffentlichen Diskussionen. Blogs können wir kommentieren. Dort können wir Spuren hinterlassen. Ich denke, je rigider und herrschaftsorientierter ein Gemeinde oder politische Struktur ist, desto Web 2.0 feindlicher verhält sie sich. (St. Wolfgang hat nicht mal eine Gemeindehomepage.) Bloggen ist noch keine Garantie dafür, daß unsere demokratischen Strukturen gestärkt werden. Eines bewirken sie ganz sicher, daß keine politische/r Funktionär/in mehr gegen uns regieren kann, weil wir uns schneller und effizienter auch in der realen Welt organisieren können.
Fazit
Blogs ersetzen nicht die real wirksame Politik. Doch bloggen fördert die Entwicklung realer Politik auf vielfältige Weise. Und es ist gar nicht schwierig einen Blog einzurichten und ihn zu bedienen. Ich leiste gerne jedem Wolfganer, jeder Wolfgangerin Hilfestellungen bei der Errichtung seines/ihres Blogs. Vielleicht können wir über diesen Weg Begegnungsstätten aufbauen, die wir in der Realität nicht zu stande bringen.... oder die Amerikanisierung von St. Wolfgang.
Vielleicht hätte ich mich nicht für den Beruf des Historikers entscheiden sollen, sondern für den des Klerikers, wenn ich bedenke, wie wenig Macht das Wort eines Politikers, eines Wissenschaftes, eines Künstlers in dieser Welt zählt und wieviel Gewicht den religiösen Vorbetern in dieser Welt zukommt.
Es ist seltsam in St. Wolfgang.
St. Wolfgang ist eine Gemeinde, die sich sehr um das wirtschaftliche, soziale und volkstümliche Leben kümmert und wenig Sensorium für politische Verhältnisse hat. Warum sollten also Menschen sich politisch aktivieren, in einer Gemeinde, wo politisches Handeln gleichgesetzt wird mit Wirtschaftsliberalismus, Notstandssozialismus und Volkstümelei? Wenn politisches Handeln sich wie in St. Wolfgang außerhalb institutioneller, politischer Rahmen bewegt, weil Marktverein, Hoteliers und Gastwirte mächtig und stark sind, die Bürgergesellschaft, auf Grund jahrzehntelanger Verabsäumung von politischer Bildung bei den jungen Menschen (aus denen werden ja später die politisch inaktiven Erwachsenen), schwach ist, dann ähnelt diese Gemeinde eher einer Bananenrepublik mit eingelagerten Verwaltungsebenen denn einem demokratisch verfaßten Gemeinswesen.
St. Wolfgang ist eine religiöse Enklave in unserer aufgeklärten Demokratie. Hier gilt der Herrschaftsgedanke mehr als der politische Gedanke der Partizipation. Hier gilt das Wort der Anführer mehr,als das der Horde. Hier ist Freiheit ökonomisch nicht politisch gedacht. Und die geschisterlichkeit folgt eher religiösen Mustern, denn aufgeklärten.
Wir leben in St. Wolfgang eher nach amerikanischen Mustern, denn nach europäischen. Lobbying gilt unserem Bürgermeister mehr als Bürgerbeteiligung. Und die Bildungspolitik in dieser Gemeinde begünstigt nun mal den Gedanken der Unterwerfung auf Grund der sozialen Verhältnisse. Kirche und Staat sind in unserer Gemeinde nicht getrennt (siehe Kindergarten).
Vielleicht wäre es in St. Wolfagng aus eben diesen Gründen sinnvoller Pfarrer zu werden und mit Brandreden gegen die bigotten, gierigen Wucherer zu predigen. Vielleicht könnte ich als aufrechter, katholischer Pfarrer oder Bußprediger mehr erreichen, denn als Historiker, als einfacher Mann von der Straße, als jemand der unzufrieden ist mit der Lage der Gemeinde und ihren Entscheidungsfindungsprozessen.
Gut als Wiener, der angeheiratet hat, der als Künstler und Wissenschafter sein Dasein fristet, hat man, laut mancher politischer Entscheidungsträger in dieser Gemeinde ja nicht einmal das Recht auf Aufenthalt.
Menschen wie ich sollten als Nestbeschmutzer und Idioten ausgewiesen werden.
Nun gut, auch das kennzeichnet eine Bananenrepublik, daß man mißliebige Menschen versucht zu vetreiben, auszuweisen oder erst gar nicht ins Land läßt. Vielleicht sollten die Gemeindevertreter und ihre machtvollen Kreise in Zukunft ein Leumundszeugnis von den heirtaswilligen Auswärtigen verlangen. Damit das politische Blut, das wirtschaftlich gut funktionierende Gemeinswesen nicht verunreinigt wird von Andersdenkenden, von Minderheiten, von Quertreibern.
Predigen statt Schreiben.
Das wäre ein guter Gedanke für den Wahlkampf nächstes Jahr. Als Wanderprediger im Bußgewand von Haus zu Haus ziehen, nicht mit leeren Versprechungen, nicht mit hohlen Phrasen, sondern mit der politischen Verheißung einer neuen, demokratischen Zukunft für St. Wolfgang.
So ist Obama in Amerika zum Präsidenten gewählt worden.
Kurz bevor ich endgültig mit diesem Blog Schluß machen wollte und in der Landesausstellung aufhören mußte, weil sie nun leider zu Ende geht, kam eine Frau auf mich zu und hat gesagt:
Wenn du den Blog jetzt schließt, was lese ich dann in meiner Mittagspause. Ich habe jeden Tag einen deiner Texte gelesen. Ich habe fast alles gelesen. Ich war nicht mit allem einverstanden, aber es war doch anregend.
Da habe ich mir gedacht: aber was soll ein politischer Blog bringen, wenn es keine Aktivierung der Leute gibt. Und über die Tage hinweg und nach meiner Realbegegnung mit dem herrschaftlichen und damschaftigen St. Wolfgang habe ich mir gedacht, es hat ja immerhin zu Diskussionen geführt und gelesen wurde er ja auch der Blog. Also warum den Blog dicht machen? Damit die anderen wieder in aller Ruhe ihren Machenschaften nachgehen können, unbeobachtet, unerhörter und ungehörter Weise.
Die positiven und die negativen Begegnungen haben mich darin bestärkt, nicht nachzugeben, denn es gibt Leute in diesem Ort, die durchaus schätzen, was ich tue. Und es gibt Leute, die nicht umhin können, zu lesen, was ich schreibe, weil sie wissen wollen, was ich über sie denke.
Das ist doch ein Erfolg.
Und die Zahl der Leser/innen des Blogs ist auch immer kontinuierlich gestiegen.
Also liebe Wolfganger/innen ihr werdet weiter von mir hören. Politisches ebenso wie Lächerliches, Literarisches und Persönliches. Denn ich bin der Meinung, wir sollten den Ort nicht fünf, sechs Familien überlassen, die noch immer nicht begriffen haben, daß die Monarchie abgeschafft wurde und das die kapitalistische Gier nach Mehr und noch Mehr für weite Teile der Gesellschaft derartig negative Auswirkungen hat, die sie sich in ihren touristischen Trutzburgen nicht einmal ansatzweise vorstellen können oder wollen.
Was für Aufgaben sollte die Kulturpolitik erfüllen.
Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich moderne Kultur (manchmal auch Subkultur, so sie in einem Ort existiert) etablieren und entwickeln kann. Wenn ich mir das Kulturbudget und seine Verteilung ansehe, muß ich feststellen, daß derzeit vor allem Volkskultur gefördert wird. Die traditionelle Kultur ist für einen Ort unglaublich wichtig, doch was ein Ort auch braucht, ist Kulturentwicklung. Da sehe ich nicht viel am Horizont heraufdämmern.
Gestern erst habe ich im Fernsehen gehört, daß sich Literatur im Nebel, im Waldviertel, als Intellektuellentreffen etablieren will. Wie bieder, wenn auch unglaublich notwendig in dieser kulturellen Sahara St. Wolfgangs, mutet da die Wolfgangsee Literatur an. Was sich da tummelt hat keinen internationalen Anspruch, das dreht sich im Kreis der eigenen österreichischen Befindlichkeit. Gut, der Werkraum Abersee macht auch nichts anderes. Doch bei der Budgetlage, die dieser hat, ist ja auch nichts anderes möglich.
Eine Gemeinde (der vom Kulturreferenten geführte Verein Wolfgangsee Literatur, steht ja in einem engen Naheverhältnis zur Gemeinde) hätte andere Möglichkeiten. Eine Gemeinde, die sich als Kulturgemeinde begreift, sollte sein Budget in diese Richtung deutlich erhöhen. Sollte einmal in andere Gemeinden fahren, die kleiner und mit weniger Budgetmittel ausgestattet sind, und sich Beratung holen, wie die das machen.
Ein Stück weit hat natürlich die Positionierung einer Gemeinde in der Kulturpolitik mit ihrem Kulturreferent zu tun. Und der ist in St. Wolfgang ein Zweiheimischer. Ein Kulturreferent, der nur an den Wochenenden anwesend ist, hat gar nicht die Möglichkeit, sich täglich um die Kulturagenden zu kümmern. Noch dazu ist unser Kulturreferent vom Kulturtourismus besessen und durch seine Profilierungssucht natürlich auch noch dazu verdammt, sich an der Eventkultur zu orientieren, die ihm als einziges jene Aufmerksamkeit bringt, die er glaubt, verdient zu haben.
Was ist nicht verstehe, ist, warum die ÖVP in der Kulturpolitik nicht offensiver agiert. Natürlich wäre dazu ein anderer Kulturreferent notwendig, einer der beide Seiten zusammenbringt, einer der ein Stück weit in der Lage ist, wie Hubert von Goisern zu denken und zu handeln.
Nun gut, sie werden wahrscheinlich keinen finden, der im Ort lebt, genug Kulturverständnis zur Welt mitbringt und in der Lage ist, nach Innen eine moderne, fortschrittliche Kulturpolitik zu vertreten. Einen, der es wagt, an die großen, tarditionellen Kulturvereine heranzutreten und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Insoferne ist ein zweiheimischer Kulturreferent nur konsequent gedacht. Er wird sich mit niemandem anlegen, höchstens unbeliebt machen. Spielt aber keine Rolle, denn er fährt ohenhin Montag wieder ab. Zumindest nach den Wochenenden, falls er überhaupt da war.
Ich wünsche meiner Gemeinde St. Wolfgang, daß eines Tages neue Machtverhältnisse herrschen, die es möglich machen, gerade die Kulturpolitik auf neue Beine zu stellen, weg von Profilierungsneurosen und Traditionseliten, hin zu einer Öffnung, die einem Ort wie St. Wolfgang gut anstehen würde.
An der Promenade. In der wärmenden Abendsonne. Ein Stück weit Peter Altenberg und seinen Landungsstegen nachspürend: „Ich liebe die Landungsstege der Dampfschiffe an den Salzkammergut-Seen, die alten grauschwarzen und die neueren gelben. Sie sind mir so ein Wahrzeichen von Sommerfreiheit, Sommerfrieden, und sie duften wie von jahrelang eingesogenem Sonnenbrande.“
In Gmunden an der Promenade. Hier sehen selbst Vögel, die über dem See ihre Kreise ziehen, wie kleine Segelflieger aus. Die Berge an das Ende des Sees grenzend, beginnen sich in der Luft aufzulösen, die sich, labend an der Feuchtigkeit der herbstlichen Stimmung, mit dem aufziehenden Nebel füllt.
Könnte ich den Straßenlärm ignorieren, würde nur das Rattern der Straßenbahn zu hören sein, das Schnattern der Enten, die entlangschlendernden Menschen und ihre Gespräche, alte Menschen, die die Restsonne genießen und schließlich wäre ich selbst noch da, trunken vom Panorama, das vor mir liegt.
Wie damals zu Alternbergs Zeiten, als das Wasser gegen die Landunsgstege brandete und er die Ruhe und Gemütlichkeit des späten Sommers genießen konnte.
Die Luft ist lau, ungewöhnlich warm. Einer dieser späten Herbsttage, die einem nur selten vergönnt sind. Es ist gut zumindest ein Stück seines Endes erleben zu dürfen, bevor der Winter Einzug hält.
Wird die Finanzkrise Auswirkungen auf St. Wolfgang haben? Könnte sein. Wenn wir die Medien aufmerksam verfolgen, scheint es mit den fetten Jahren vorbei zu sein. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, die Kaufkraft sinkt, wo werden die Leute als erstes sparen? Bei den Kurztrips, bei den Wochenendausflügen. Schon jetzt ist in St. Wolfgang zu spüren, daß der Tagesgast deutlich weniger Geld ausgibt, als noch vor zehn Jahren. Die Umsätze der Geschäfte sinken kontinuierlich.
Können wir daraus eine Lehre ziehen? Wohl kaum.
Solange unser Wirtschaft auf permanente Expansion gerichtet ist, wird es immer wieder zu derartigen Krisen kommen. Der kapitalistische Kuchen ist nun mal nicht groß genug für alle. Die Armutsfalle wartet auf uns. Manche werden ihr entkommen, die das Glück hatten, in guten Zeiten die richtigen Geschäfte gemacht zu haben, manche werden Pech haben, weil sie es nie geschafft haben, einen Wohlstandspolster anzulegen, keine Immobilien gekauft, keine Grundstücke, keine Betriebe geerbt zu haben.
Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, prophezeien alle. Sicher sollten wir auf Prophetie nicht allzuviel geben. Aber die Krisen kommen in immer kürzeren Abständen. Sie kommen in fünf Jahresrythmen, fast so als würden wir uns in einer sozialistischen Planwirtschaft befinden. Das ist das eigentlich Besorgniserregende an der derzeitigen Situation.
Und St. Wolfgang?
Bei uns ist es beschaulich und gemütlich. Doch diese Gemütlichkeit wird ein Ende finden, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Spätestens wenn die nächste Krise auf die Realwirtschaft durchschlägt. Die Tourist/inn/en werden sich nicht ewig melken lassen. Irgendwann ist Schluß mit dem Mehrwert, dann werden wir uns bescheiden müssen, mit dem Notwendigen und keine Machbarkeiten mehr herbeireden können, wie es Politiker aller Coleur immer wieder versuchen.
Früher oder später wird die Krise nicht nur die Realwirtschaft erreichen, sondern auch die Staaten in ihrem Mark erschüttern. Island ist ein gutes Beispiel dafür. Und wenn der Staat erst einmal getroffen ist, trifft es auch die Bundesländer und von dort schlägt es auf die Gemeinden durch. Irgendwer wird für all die Werte, die derzeit vernichtet werden, geradestehen müssen. Und es werden nicht die großen Banken sein, es werden nicht die großen Industrien sein, es werden die Arbeitnehmer/innen sein, die kleinen Betriebe, die Einzelunternehmer/innen.
Ich wünsche euch viel Glück und einen guten Rutsch durch die Krise.
Ein Tag vor dem Lauf, vierzehn Tage vor Ende der Landesausstellung melde ich mit einem Text zurück. Es gibt zwei Gründe warum es so schwierig ist diesen Blog mit Texten zu füttern.
Erstens: Es gibt eben noch ein Leben jenseits der Politik. Dieses Leben hat mich in den letzten Tagen in Atem gehalten. Kinder fordern ihr Recht. Der Herbst wirft seine Schatten im Garten voraus. Und dann muß noch ein Haushalt aufrecht erhalten werden.
Zweitens: Ein Blog ist natürlich nur so gut, wie die Leute, die ihn schreiben. Er ist auch nur so gut, wie die Informationen, die gefunden werden. Und Informationen liegen nun mal nicht auf der Straße. Nehmen wir nur die Ortsteilgespräche der ÖVP. Leider war ich aus beruflichen und privaten Gründen verhindert und konnte nicht daran teilnehmen. Hat jemand Informationen dazu?
Gut dann her damit. Ich würde gerne wissen, wie sie abgelaufen sind.
Sollte keiner Informationen haben, na dann kann es einfach sein, daß niemand dort war. Sollte die ÖVP wieder eine Zeitung herausbringen, werden sie sicher eine Darstellung von den Ereignissen geben. Eine Gegendarstellung wird dann mangels Informationen entfallen. Nur Gegeninformationen kann Objektivität erzeugen, läßt in der Meinungsvielfalt auch Meinungsfreiheit zu.
Wer einen Text dazu hat, schickt ihn mir. Das gilt auch für alle anderen Belange der Gemeinde.
Öffentlichkeit ist eine wichtige Sache.
Ich bitte euch, beteiligt euch. Ich stelle gerne eine Kolummne zur Verfügung. Ich publiziere gerne eure Texte. Meldet euch. Gebt eure Meinung zum besten. Zeigen wir, wer hier die Minderheit ist.
Mehr Mut zur Öffentlichkeit kann nicht schaden. Und Öffentlichkeit hat noch nie geschadet, weder einer Gemeinde, noch einer Partei.
Gestern habe ich mit meiner Frau die Vernissage mit dem Titel „Neue Werke der Familie Satran“ in der Rotunde der Salzburg AG besucht. Vorneweg: es war eine wirklich angenehme Veranstaltung und die Gastegeber/innen haben sich wohltuend um unser leibliches und musikalisches Wohl gekümmert. Clemens Vogler begleitete in gewohnt professioneller Manier am Klavier.
Es war erstaunlich zu sehen, wie sich die Leidenschaft des Vaters Gottfried Satran für die Malerei über die Jahre auch auf seine Kinder übertragen hat. Unbestreitbar ist die Faszination der Farben und des Lichts, die auf die gesamte Familie wirkt, wie Gottfried Satran in seinen einleitenden Worten angemerkt hat.
Nach dem Flanieren durch die Ausstellung sind mir drei Bilder in Erinnerung geblieben. Und ich denke, daß hat klare Gründe. Das erste Bild von Maria Satran, die mit ihrem Gemälde „Orient“ klar ihre Entwicklungspotentiale aufzeigt. Auch wenn die Komposition nicht bis zur letzten Konsequenz durchgehalten ist, zeigt sie, daß sie von ihrem Vater die Begabung von Licht und Schatten geerbt hat. Von Gottfried Satran sind mir vor allem zwei Bilder erinnerlich: „Mondnacht“ und „City Biker“. Kaum zuvor habe ich eine solche Kompositionskraft gefunden und das auf derartig großen Flächen. Die Komposition korrespondiert aber auch mit einer enormen Farbdichte, die letztlich das Gesamtbild ergibt. Die Bilder würden sich einen Raum verdienen, der Platz genug bietet, daß sie sich entfalten können, z.B. den Trauungssaal der Gemeinde oder andere hallenartige Foyers, derer wir in St. Wolfgang genug haben.
Sollte sich Gottfried Satran entscheiden, Bilder präsentieren zu wollen, bieten sich in St. Wolfgang genug Orte an, um sie zu zeigen. Bis es soweit ist, können alle, die es wollen, die Bilder der Familie Satran bis Ende Oktober in der Rotunde der Salzburg AG in Salzburg bewundern:
Bayerhamerstraße 16
Während der Geschäftszeiten: 7:30 – 16:30
Uhr.
Wieder einmal zeigt sich die unglaubliche Sensibiltät der ÖVP in St. Wolfgang, wenn es um Bürgernähe geht. In die Ortsteilgespräche sind alle Gemeindegebiete mit wahlberechtigter Bevölkerung eingebunden. Die Bürger und Bürgerinnen in der Ried und ihre Meinung sind, obwohl sie von allen Entwicklungen in St. Wolfgang direkt betroffen sind, offesnichtlich nicht gefragt.
Die ÖVP hat den Wahlkampf für die Gemeinderatswahl 2009 eröffnet. Die Rieder und Riederinnen nicht in solche Gespräche mit einzubeziehen, zeigt, daß dieser Versuch Bürgernähe zu zeigen, ein Wählermaximierungsinstrument für die ÖVP ist.
Die in St. Wolfgang absolut regierende ÖVP ist angeschlagen. Ergebnis der parteiinternen Auseinandersetzungen scheint die Wiederentdeckung des Bürgers, der Bürgerin zu sein. Die ÖVP hält in der nächsten Woche sogenannte Ortsteilgespräche ab unter dem Titel: „Viel erledigt, dennoch genug zu tun.“
Endlich werden wir von unserer Gemeindespitze darüber informiert, wie sie sich die Zukunft der Gemeinde vorstellt. Sie will hören, was wir denken. Es zeigt sich, das Widerstand nicht zwecklos ist. Der Widerstand vieler St. Wolfganger, die Diskussionen der letzten Wochen und schließlich auch ein Wahlergebnis, daß vor allem der ÖVP in St. Wolfgang herbe Verluste eingebracht hat, zeigen endlich Wirkung
Nützen Sie die vier öffentliche Termine, um den ÖVP Funktionären mal ihre Meinung zu sagen. Tun sie das zahlreich. Nur so können Sie sicher sein, daß die absolut regierende ÖVP nicht danach sagen kann: „Na ja, wir wollten eh mit Euch reden, aber Ihr seid ja nicht gekommen!“
Nun gut, zeigen wir der ÖVP, daß wir willig sind.
Die Termine:
Mo, 13. Oktober, 19:30 Uhr / GH Rega, Wirling
Di, 14. Oktober, 19:30 Uhr / GH Kogler, Russbach
Mi, 15. Oktober, 19:30 Uhr / Cafe Wallner, Markt
Di, 16. Oktober, 19:30 Uhr / GH Bürglstein, Schwarzenbach (Schwrepunkt für Jugendliche)
Es gibt stille Zeiten. Die sind für Blogger natürlich keine guten Zeiten, weil es schwierig ist, die Aufmerksamkeit zu halten, wenn es still wird um einen Ort. Das zur Erklärung, warum einige Tage Funkstille herrschte hier auf diesem Blog.
Nun ja, es hat sich in den letzten Tagen außer der Wahl nichts Aufregendes ereignet. Die Wahlanalysen, die Ergebnisse auf Bundesebene haben ein wenig meine Aufmerksamkeit gebunden. Nun bin ich aber wieder zurück. Und es geht frisch drauf los.
Leider ist es halt so, daß in St. Wolfgang die Uhren stehen bleiben, sobald der Herbst einkehrt. Vielleicht sind ja auch alle mit Vorbereitungen auf Wolfgangseelauf und Adventmarkt beschäftigt.
Außer von einer Rauferei in einer ÖVP Fraktionssitzung, über die ich bisher nichts Wesentliches in Erfahrung bringen konnte, hätte ich auch nichts zu berichten gewußt.
Vielleicht einmal ein wenig zu der Sache mit dem Bloggen. Bloggen ist etwas Wunderbares, wenn man etwas hat, worüber es sich zu berichten lohnt. Leider ist es aber manchmal so, daß mir nichts zugetragen wird, was sich lohnt zu berichten. Die meisten Menschen in St. Wolfgang schweigen sich aus. Gut sie haben über den Sommer auch genug mit den Gästen reden müssen und sind froh, daß Ruhe eingekehrt ist.
Ich verspreche ich werde die ruhige Zeit in den nächsten Tagen nutzen, um wieder aktiver zu werden, um die Besucher/innen meines Blogs nicht weiter zu enttäuschen.
Über Informationen, Tratsch und Klatsch wäre ich sehr erfreut:
raimund.bahr@gruene.at
Heute ist Wahltag.
Wahltag ist immer auch Zahltag.
Es ist eine Nationalratswahl. Zugegeben: die Wahl wird keine großen Auswirkungen auf die Gemeindepolitik haben. Schließlich bleibt die absolute Mehrheit erhalten. Gut wir haben die Chance, daß Hannes Peinsteiner Nationalratsabgeordneter wird und uns als Bürgermeister verläßt. Die Chancen dafür stehen aber schlecht.
Ein Grund mehr sich in der Gemeinde zu engagieren, weil wir auch Bundesebene wenig bewegen können, außer ein Kreuz auf den Wahlzettel zu setzen. Jede/r, der/die von Ihnen in der Wahlzelle stand und sich dachte: keine Ahnung was wählen, ist reif dafür sich selbst als politische Alternative zu betrachten.
Wenn die, die Sie regieren, in Ihren Augen nicht in der Lage sind, Ihre Probleme zu lösen, dann müssen Sie das selbst tun.
Jammern ist zu wenig.
Nur eigenes politisches Engagement kann zu einer Veränderung in die Richtung führen, die man sich selbst vornimmt. Gleichgesinnte suchen und dann raus ins Geschehen. Je mehr Menschen kandidieren und sich engagieren, je mehr Gruppen es in einer Gemeinde gibt, die sich einmischen, desto mehr Vielfalt gibt es und desto weniger sind die etablierten Parteien in der Lage, ohne uns zu regieren, Entscheidungen gegen unseren Willen durchzusetzen.
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